Mobilitätsserie „Rad im Alltag“ – Radfahren anderswo

Mobilitätsserie „Rad im Alltag“ – Radfahren anderswo

Kopenhagen:

25 % der Familien mit 2 Kindern in Kopenhagen besitzen ein Lastenrad. In 30 % der Haushalte mit Lastenrad ersetzt es ein Auto. Fast alle Hauptstraßen haben baulich getrennte Radwege, die 2 bis 2,5 m breit sind. Teilweise werden die Ampeln so geschalten, dass für die Radfahrer eine „Grüne Welle“ gebildet wird. Auch von den umliegenden Gemeinden ist das Stadtzentrum mit dem Rad zu erreichen und umgekehrt. Das wird durch sogenannte „Cycle Super Highways“ ermöglicht. Mit einem Radverkehrsanteil von 30 % zählt Kopenhagen zu den Fahrradhauptstädten Europas.

Barcelona:

Was unterscheidet Barcelona von den anderen Radverkehr-Vorzeigestädten in Europa? Das Klima! Radfahren ist das ganze Jahr über angenehm. Die Radinfrastruktur in Barcelona hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Vor 30 Jahren war überhaupt keine Infrastruktur vorhanden. Jetzt gibt es rund 200 km Radwege in Barcelona. Das Besondere an Barcelona sind die sogenannten „Superblocks“. Ein Superblock wird immer aus mehreren Häuserblöcken gebildet. Innerhalb der Superblocks ist der Verkehr beruhigt. Die Maximalgeschwindigkeit beträgt 10 km/h. Mit Autos dürfen nur Anrainer einfahren. Für Fahrradfahrer sind die Bedingungen ideal. Kritikpunkt: Die Verbindungen innerhalb der Stadt sind gut, aber nach außen ist pendeln mit dem Rad sehr schwierig.

Houten (Niederlande):

Die niederländische 50.000 Einwohnerstadt Houten ist komplett auf das Fahrrad ausgerichtet. Der Fahrradverkehr ist vom motorisierten Verkehr getrennt. Autos müssen meist Umwege fahren. Fahrräder haben immer Vorrang. In der nahen Großstadt Utrecht gibt es mit 12.500 Stellplätzen das weltweit größte Fahrradparkhaus. Das Parkhaus direkt am Hauptbahnhof motiviert Pendler Rad und Zug dem Auto vorzuziehen. Die Stadtplanung in Houten setzt zuerst bei den Grünflächen, Radfahrern und dem sozialen Leben an, nicht wie andere Städte beim Auto. Dass das Konzept funktioniert, zeigt ein Radverkehrsanteil von 44 %.

Mit der Serie „Rad im Alltag“ startet die Klima- und Energiemodellregion „Wein- und Thermenregion Südoststeiermark“ eine Initiative zur Forcierung des Radverkehrs und dem Schutz unserer Umwelt!

Quellen:

https://www.urban-hub.com/de/urbanization/neue-konzepte-fur-die-zukunft-des-urbanen-radfahrens/

http://www.cycling-embassy.dk/wp-content/uploads/2017/07/Velo-city_handout.pdf

https://www.barcelona-metropolitan.com/living/cycling-in-the-city/

https://nationaler-radverkehrsplan.de/sites/default/files/forschung_radverkehr/for-o-03.pdf

https://www.zdf.de/nachrichten/heute/plan-b-wo-das-auto-nur-noch-gast-ist-die-niederlande-denken-verkehr-anders-100.html

https://www.vcoe.at/news/details/vcoe-oesterreichs-staedte-haben-beim-radverkehr-im-eu-vergleich-aufzuholen

https://www.businessinsider.de/wirtschaft/barcelona-verbannt-autos-mit-einem-genialen-konzept-aus-der-innenstadt-das-ist-auch-in-deutschland-moeglich-sagt-ein-experte/