Klimafitter Garten vor den Vorhang – Familie Winkler-Hermaden aus Kapfenstein
Ein Interview der KLAR! Netzwerk GmbH
„Unser Garten teilt sich in zwei Bereiche“, erklärt Christof Winkler-Hermaden, „einen schattigen, mit vielen verschiedenen Baumarten und einen offenen Teil, wo wir Gemüse anbauen und ich meine Pflanzen-Experimente mache.“ Wir begehen den Außenbereich des Hauses unweit des Schloss Kapfenstein. „Der schattige Teil fühlt sich an wie eine Waldlichtung, da bin ich gerne“, erzählt der junge Unternehmer. Vor allem wenn es heiß ist und die Sonne vom Himmel knallt, ist dieser Teil eine Oase. Eine Kiwibeere in Blüte rankt an der Terrassenüberdachung entlang. Das Kinderspielhaus ist gut geschützt im Unterholz, das regt die Fantasie an. Der Garten hat viele Winkel zum Entdecken und Genießen. Auf der anderen Seite des Hauses gibt es den offeneren Teil – Vielfalt ist hier ebenso an der Tagesordnung. Ringsum sind Beete angelegt. Pflanzen, die Ausläufer bilden, wie Minze oder Melisse, wird in Töpfen und Trögen Einhalt geboten. Immer wieder spenden auch hier kleine Bäume wie zum Beispiel ein Weingartenpfirsich Schatten. Am Boden dürfen Rotklee und Co. blühen und den Insekten Nahrung bieten, ein Schöllkraut ziert mit gelber Blütenpracht die Hochbeetkante. Gegossen wird mit Regenwasser aus dem Tank oder Wasser aus dem Brunnen. Der Strom für die Pumpe kommt von der hauseigenen PV-Anlage mit Batterie-Speicher. In der Mitte des Gartens strotzt ein riesiges Hochbeet, das mit schwarzer Erde gefüllt ist. Es ist Zeuge und Spielplatz des innovativen Geistes. „Für unsere Beete habe ich zerriebenen Blähton mit Kompost, Pflanzenkohle, Gartenerde und Steinmehl vermischt.“ Das Ergebnis greift sich reichhaltig an – die Komponenten sorgen für gute Durchlüftung, hohe Wasser- und Nährstoffspeicherkapazität. „Ich würde jedem raten, bei der Wahl der Erde auf deren Wasserspeicherkapazität zu achten.“ Da Wasser in den sich mehrenden Trockenperioden rares Gut wird, sicher ein weiser Rat. Und Rotklee am Boden, wenn man es „sauberer“ mag? „Vielleicht kann man ja die eine oder andere Blühinsel stehenlassen, einfach ein kleines Stück, wo der Rasenroboter nicht mäht.“ Nebenbei: Je länger der Rasen, desto besser ist er auch vor Austrocknung und Beschädigung geschützt.
