Führt an Klimaanlagen kein Weg mehr vorbei?

Führt an Klimaanlagen kein Weg mehr vorbei?

Unser Klima ist im Wandel

Der Sommer 2020 steht vor der Tür und damit steigen auch die Außentemperaturen von Tag zu Tag. In den Monaten Juli und August werden wieder die höchsten Temperaturen erwartet. Bleiben diese dann über viele Tage hindurch konstant hoch und sinken auch nachts nicht mehr wesentlich ab, dann resultiert eine Zunahme der Innenraumtemperatur. Dieses Problem wird sich, laut aktuellen Zukunftsszenarien zum Klimawandel, weiter verstärken. Umso deutlicher ist, dass Maßnahmen gegen die sommerliche Überwärmung eingeplant werden sollten.

Eine ständige Raumtemperatur von über 25 °C (oder mehr) ohne ausreichende Nachtabkühlung auf unter 20°C wird von vielen Menschen als unangenehm empfunden. Der Einbau und Betrieb von Klimaanlagen hat dann Hochsaison – Tendenz steigend, denn die Kosten für eine Klimaanlage sind überschaubar klein. Doch wird oft vergessen, dass v.a. billige Geräte viel Energie verbrauchen und damit hohe laufende Kosten verursachen. Kaum Jemand macht sich darüber Gedanken wo die elektrische Energie für den Betrieb der Klimaanlage herkommt – „bis jetzt ist doch immer noch genügend elektrische Energie aus der Steckdose gekommen“.

 Energieversorgung:

Um Kälte zu „produzieren“, braucht man viel mehr Energie als zur Erzeugung von Wärme!

Der Großteil der Stromversorgung in den Sommermonaten basiert in Europa aus der Wasserkraftnutzung. Aber gerade in der heißen und trockenen Sommerzeit steht vielen Wasserkraftwerken nicht genügend Wasser zur Verfügung, um die erforderlichen Stromspitzen (hervorgerufen auch durch unzählige Klimaanlagen) zu erzeugen. Mit dem Betrieb der Klimaanlagen steigt auch der Stromverbrauch rasant an. An heißen Tagen werden 20 bis 30 Prozent mehr Strom verbraucht als an kalten Wintertagen!

Die Strombereitstellung im Sommer ist zunehmend für unsere Energieversorger eine große Herausforderung. Durch eine Vielzahl an Photovoltaikanlagen und Windkraftanlagen stehen laufend unterschiedliche Stromproduktionskapazitäten zur Verfügung, welche gemeinsam mit Wasserkraftwerken und anderen Stromerzeugern (kalorische Kraftwerke, Atomenergie, etc.) sekundengenau abgestimmt sein müssen. Aber auch Kohle- und Atomkraftwerke müssten ihre Produktion drosseln, wenn die Pegelstände der Flüsse sinken, deren Wasser für die Kühlung der Kraftwerke benötigt wird. Oft stehen die Stromnetzbetreiber am Rande des Machbaren und das gesamte nationale und internationale Stromversorgungssystem steht auf sehr wackeligen Beinen. Nur eine kleine Unaufmerksamkeit oder ein unvorhersehbares Ereignis genügt dann, um das europäische Energieversorgungssystem an den Rand eines Blackouts zu führen. Ein großflächiger Ausfall der Stromversorgung droht. Besonders an heißen Sommertagen strapazieren die Klimaanlagen das Stromversorgungssystem noch zusätzlich.

Gesundheit und Wohlbefinden:

Klimaanlagen wirken sich nachteilig auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen im Raum aus. Vermehrt treten Krankheiten wie Erkältungen, Probleme mit den Bronchien und Nebenhöhlen und erhöhte Infektanfälligkeit auf. Auch gereizte Haut und Schleimhäute, Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen werden der klimatisierten Luft zugeschrieben.

Klimaanlagen blockieren außerdem gerade im Sommer den natürlichen Sommerdiät-Mechanismus, mit dem die Hitze dafür sorgt, dass unser Appetit weniger wird.

Ist der Betrieb von Klimaanlagen an den heißen Sommertagen tatsächlich unausweichlich? Führt an Klimaanlagen kein Weg mehr vorbei?

Folgende Tipps haben wir für Sie zusammengestellt:

  • Tagsüber (v.a. wenn es draußen sehr heiß ist) alle Fenster und Türen geschlossen halten.
  • Alle der Sonne direkt zugewandten Glasflächen (Fenster, Balkontüren, etc.) möglichst blickdicht verschatten (Jalousien, Rollläden, Markisen, Fensterbalken) und auch geschlossen halten. Eine außenliegende Verschattung weist bis zu 90 Prozent der Sonnenenergie ab.
  • Auch schattenspendende Bäume und große Sträucher sowie Grünpflanzen sind geeignete Maßnahmen und schützen gut und effektiv vor Hitze. Nebenbei machen Bäume und Pflanzen auch optisch viel mehr her als eine Klimaanlage.
  • Besser auch tagsüber im Haus das Licht einschalten als die Beschattung zu öffnen und Sonnenlicht hereinlassen. Der Stromverbrauch für die Beleuchtung ist in der Regel geringer als der Stromverbrauch der Klimaanlage. Moderne LEDs benötigen wenig elektrische Energie und geben kaum Wärme an die Umgebung ab.
  • Die Fenster und Türen zum Lüften und Abkühlen erst abends (besser nachts) oder früh am Morgen öffnen (Sommernachtskühlung).
  • Offene Fenster und Türen am Tag bringen heiße Außenluft (35°C und mehr) in das Inneres des Gebäudes und heizen es unweigerlich auf. Der vermeintliche angenehme „Luftzug“ transportiert feucht-heiße Luft nach innen und bringt nur eine sehr kurz anhaltende Verbesserung des Wohlbefindens.
  • Grundsätzlich gilt: Ein guter Wärmedämmstandard des Hauses reduziert im Winter die Heizkosten und trägt im Sommer wesentlich dazu bei, das Haus kühl zu halten – dadurch erübrigt sich somit auch die Klimaanlage!
  • Gebäude mit ausreichender Speichermasse (Betondecken, Estriche oder gemauerte Wände) bleiben deutlich länger kühl. Massive Wände und Böden können neben einer guten Dämmung dazu beitragen, dass nicht nur das Wohlbefinden gesteigert wird, sondern auch hitzebedingte Erkrankungen wie z.B. Hitzekollaps, Hitzeerschöpfung oder Hitzekrämpfe verringert werden können.
  • Wenn man die Möglichkeit hat an diesen wenigen Tropentagen in kühlere Räume (meist Kellerräume) auszuweichen (wenn auch nur für wenige Stunden) kann man den heißen Innentemperaturen geschickt entgehen.
  • Wenn trotz allem eine Klimaanlage unausweichlich ist:
    • sollte zumindest eine eigene Photovoltaikanlage den Strom dafür bereitstellen.
    • Die sparsamsten Klimaanlagen finden Sie auf www.topprodukte.at.