Ökostromverordnung 2012 NEU

Die neue Ökostromtarifverordnung 2012 ist seit Anfang des Jahres in Kraft. Die Einspeisetarife für neue Windkraft-, Biomasse- und Biogasanlagen bleiben unverändert. Die Tarifförderung für Photovoltaikanlagen wurde hingegen um 6 bis 13 % reduziert – begründet durch die gesunkenen Errichtungskosten von Photovoltaikmodulen, die eine Tarifanpassung erforderlich machte. Im Detail gelten die nachfolgenden Tarife und Laufzeiten.

Geltungsdauer der Einspeisetarife für die Abnahme von elektrischer Energie aus Ökostromanlagen

  • 13 Jahre für Photovoltaik, Windkraft, Geothermie, Deponie- und Klärgas
  • 15 Jahre für feste Biomasse und Abfälle mit hohem biogenen Anteil, flüssige Biomasse und Biogas

Einspeisetarife

  • Photovoltaik
    • Aufdachanlagen bzw. auf Lärmschutzwänden von 5-20 kWp 27,6 Cent/kWh und über 20 kWp 23 Cent/kWh
    • Freiflächen von 5-20 kWp 25 Cent/kWh und über 20 kWp 19 Cent/kWh

UPDATE März 2012: Leider ist das Kontingent von 2,1 Mio. Euro für den Bereich Photovoltaik für das Jahr 2012 bereits erschöpft. Erst mit dem vollständigen Inkrafttreten des neuen Ökostromgesetzes 2012 werden zusätzliche Fördermittel freigegeben (der Rest auf die geplanten 8 Mio. Euro). Diese zusätzlichen Fördermittel sind ebenfalls bereits für Anlagen, welche sich auf eine Warteliste befinden, aufgebraucht.

Zusätzlich gibt es ab Sommer 2012 es einen „grid parity“ Tarif von 18 Cent/kWh geben. Dafür stehen weitere 19 Mio. Euro zur Verfügung, die auf Wind- und Wasserkraft sowie Photovoltaik aufgeteilt werden. Dieser Tarif kann für Anlagen in Anspruch genommen werden, für welche nicht die höheren Einspeisetarife lukriert werden konnten.

  • Windkraft
    • 9,5 Cent/kWh
  • Geothermie
    • 7,5 Cent/kWh
  • Feste Biomasse und Abfälle mit hohem biogenen Anteil(gestaffelte nach Engpassleistung)
    • bis 500 kW 14,98 Cent/kWh
    • 500 kW bis 1 MW 13,45 Cent/kWh
    • 1 MW bis 1,5 MW 13,10 Cent/kWh
    • 1,5 MW bis 2 MW 12,97 Cent/kWh
    • 2 MW bis 5 MW 12,26 Cent/kWh
    • 5 MW bis 10 MW 12,06 Cent/kWh
    • über 10 MW 10,00 Cent/kWh
  • Flüssige Biomasse
    • 5,8 Cent/kWh plus KWK-Zuschlag von 2 Cent/kWh
  • Biogas(gestaffelte nach Engpassleistung)
    • bis 250 kW 18,5 Cent/kWh
    • 250 kW bis 500 kW 16,5 Cent/kWh
    • über 500 kW 13,0 Cent/kWh
      => beim Einsatz von nicht ausschließliche landwirtschaftlichen Rohstoffen werden die Preise um 20 % reduziert
      => plus KWK-Zuschlag von 2 Cent/kWh
      => plus Technologiebonus 2 Cent/kWh bei Netzeinspeisung von Gas auf Erdgasqualität
  • Klärgas
    • 6 Cent/kWh
  • Deponiegas
    • 5 Cent/kWh

Unsere Ansprechpartner für Sie sind:

Weitere Informationen

Dienstleistungen der LEA für Biogas
Dienstleistungen der LEA für Photovoltaik

Ökostromtarifverordnung 2012
www.oem-ag.at
www.pv-austria.at

7 Gedanken zu “Ökostromverordnung 2012 NEU

    • Bis 2009 gab es für Kleinwasserkraftwerke (bis 10 MW Engpassleistung) gestaffelte Tarife je nach eingespeister Energiemenge (von 6,23 Cent/kWh wür die ersten 1.000.000 kWh bis hin zu 3,76 Cent/kWh für die produzierte Energiemenge über 25.000.000 kWh hinaus). Seit 2009 werden Kleinwasserkraftwerke nicht mehr durch Einspeisetarife, sondern über Investitionszuschüsse gefördert, wie auch schon bisher die mittlere Wasserkraft (10 MW bis 20 MW).
      Förderhöhe gemäß den Richtlinien 2011:
      – mittlere Wasserkraft: 400 €/kW bzw. maximal 10 % der Investitionskosten
      – Kleinwasserkraft (gestaffelt je nach Leistung): 400 bis 1.500 €/kW bzw. maximal 10 bis 30 % der Investitionskosten

      Weitere Informationen finden Sie unter http://www.oem-ag.at/investment/ bzw. http://www.oem-ag.at/static/cms/sites/oem-ag.at/media/downloads/Investitionsfoerderung/2011_03_24_Richlinienaenderung_clean.pdf

  1. Ich habe eine etwas exotische Frage:
    In welche Kategorie wäre eine Mikrobielle Pflanzen-Brennstoffzelle einzuordnen, bei der Bakterien aus den Photosyntheseprodukten von Mikroalgen Strom generieren?
    Besten Dank im Voraus,
    Lena

    • Aufgrund der Verwendung von Mikroalgen könnte dies in den Bereich „flüssiger/fester Biomasse“ hineinpassen.
      Es kommt jedoch durchaus vor, dass eine Ökostromtechnologie derzeit (noch) nicht im Ökostromgesetz erwähnt wird bzw. durch dieses für eine Förderung in Frage kommt. Als konkretes Beispiel wäre hierbei die Technologie der solarthermischen Stromproduktion zu nennen. Nach Rückfrage beim zuständigen Ministerium wurde vor einiger Zeit die Auskunft erteilt, dass diese Technologie bei uns kaum für eine Stromproduktion geeignet ist (unzureichende solare Einstrahlung, etc.). Für solche Technologiearten bieten sich derzeit lediglich Forschungsförderungsprogramme an.

      Nähere Informationen zu einer möglichen Förderung von mikrobiellen Pflanzen-Brennstoffzellen sind bei den zuständigen Ministerien (BMLFUW bzw. BMWFJ) sowie bei den entsprechenden Förderstellen (FFG, KPC, etc.) einzuholen.

  2. ich hätte ein Frage:

    wird die in einem bereits vorhandenen Abhitzekraftwerk durch die heißen Abgase eines Biogas BHKWs erzeugte elektrische Energie ebenfalls nach der Ökostromverordnung 2012 vergütet?

    Momentan wird das BHKW durch das Abgas eines industriellen Prozesses betrieben. Die heißen Abgase des Biogas BHKWs würden zu den Abgasen des industriellen Prozesses beigemischt werden.

    Würde sich bei solch einer Fahrweise noch eine zusätzliche KWK Förderung ergeben?

    Danke für eure Hilfe 🙂

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