Regenwassernutzung – Bauhof Kirchberg/Raab

Regenwassernutzung – Bauhof Kirchberg/Raab

Regenwasser nutzen statt Trinkwasser verschwenden

Wie der Bauhof Kirchberg an der Raab zeigt, dass ressoucenschonende Wasserbewirtschaftung im Gemeindealltag funktioniert

Wasser wird in Zukunft eine der wichtigsten Ressourcen unserer Gemeinden sein. Gleichzeitig wird es immer selbstverständlicher, Trinkwasser dort einzusetzen, wo es eigentlich nicht notwendig wäre, etwa bei der Bewässerung von Grünflächen, der Straßenreinigung oder der Fahrzeugwäsche.

Der Bauhof Kirchberg an der Raab geht bewusst einen anderen Weg. Dort wird Regenwasser gesammelt und für zahlreiche Aufgaben im täglichen Betrieb genutzt. Das Ziel dahinter ist einfach: wertvolles Trinkwasser sparen und vorhandene Ressourcen bestmöglich nutzen.

„Wir wollten das Wasser nicht einfach wegschicken, sondern sinnvoll nutzen. Wenn Regenwasser für viele Aufgaben ausreicht, warum sollte dafür Trinkwasser verwendet werden?“, erklärt Bauhofleiter und Wassermeister Aziz Saric.

Regenwasser als wertvolle Ressource

Was auf den Dächern des Bauhofs und des Altstoffsammelzentrums fällt, landet nicht in der Kanalisation, sondern in einer Zisterne mit einem Fassungsvermögen von 40.000 Litern. Dort wird das Wasser gespeichert und bei Bedarf genutzt.

Zum Einsatz kommt es täglich: für die Reinigung von Bauhoffahrzeugen, die Straßenkehrmaschine, die Reinigung von Mülltonnen sowie für die Bewässerung von Blumen und Grünflächen im Gemeindegebiet.

Das gesammelte Regenwasser deckt den Bedarf zuverlässig. Seit der Inbetriebnahme musste bisher nicht auf Trinkwasser ausgewichen werden. Gleichzeitig dient die Zisterne als zusätzlicher Wasserspeicher und trägt dazu bei, Niederschlagswasser zurückzuhalten, anstatt es unmittelbar abzuleiten.

Kleine Lösung, große Wirkung

Regenwasser ist kostenlos verfügbar. Dennoch wird sein Potenzial oft nicht genutzt. Dabei können bereits einfache technische Lösungen einen großen Unterschied machen.

Für Aziz Saric beginnt eine erfolgreiche Planung mit einigen grundlegenden Fragen: Wo soll das Wasser genutzt werden? Wie hoch ist der Wasserbedarf? Welche Dachflächen stehen zur Verfügung? Kann das Wasser durch natürliches Gefälle transportiert werden?

Die technische Grundausstattung ist überschaubar: Eine ausreichend dimensionierte Zisterne, eine Pumpe und die notwendigen Leitungen bilden die Basis. Entscheidend ist, die Anlage an die tatsächlichen Anforderungen anzupassen und ausreichend Reserven einzuplanen.

Ein Vorbild für Gemeinden und Betriebe

Die Erfahrungen in Kirchberg an der Raab zeigen, dass Regenwassernutzung nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz ist, sondern auch wirtschaftliche Vorteile bietet. Trinkwasser wird geschont, Betriebskosten können reduziert und die Versorgungssicherheit erhöht werden.

Gerade Gemeinden und Betriebe verfügen häufig über große Dachflächen und zahlreiche Einsatzbereiche, in denen kein Trinkwasser benötigt wird. Hier liegt ein oft ungenutztes Potenzial, das mit einfachen Maßnahmen erschlossen werden kann.

„Beim Bauhof Kirchberg an der Raab nutzen wir Regenwasser konsequent für Bewässerung, Straßenreinigung und Fahrzeugwäsche. So schonen wir wertvolles Trinkwasser und sichern gleichzeitig einen verlässlichen Betrieb. Die Zisterne zeigt, dass einfache technische Lösungen im Alltag für unsere Gemeinde viel bewirken können und Kosten sparen“, betont Aziz Saric.

Wasser für morgen mitdenken

Der Umgang mit Wasser wird zunehmend zu einer Frage der Anpassung an den Klimawandel. Regenwasser dort zu nutzen, wo kein Trinkwasser erforderlich ist, entlastet die Wasserversorgung und erhöht gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit von Gemeinden gegenüber Trockenperioden.

Das Beispiel Kirchberg an der Raab zeigt: Nachhaltige Wasserbewirtschaftung beginnt nicht mit großen Infrastrukturprojekten, sondern oft mit einer einfachen Entscheidung, Regenwasser als wertvolle Ressource zu betrachten und sinnvoll zu nutzen.

Auf einen Blick

  • Regenwassernutzung statt Trinkwasser für Bauhof und Altstoffsammelzentrum
  • 40.000 Liter Speichervolumen in der Zisterne
  • Einsatz für Bewässerung, Straßenreinigung, Fahrzeugwäsche und Mülltonnenreinigung
  • Entlastung der Trinkwasserversorgung und Rückhalt von Niederschlagswasser
  • Vorbild für Gemeinden, öffentliche Einrichtungen und Betriebe

Jetzt neues „LebensWert“-Video ansehen: https://youtu.be/CLfIOVKg3DU

Das Video ist auf dem YouTube-Kanal des Steirischen Vulkanlandes veröffentlicht.

Die Videoreihe „LebensWert“ wird im Rahmen der Klima- und Energiemodellregion „Wirtschaftsregion Mittleres Raabtal“ umgesetzt und präsentiert Projekte, die beweisen, wie Nachhaltigkeit, Klimaanpassung und regionale Entwicklung erfolgreich zusammenwirken können.

Regenwasser als wertvolle Ressource