mit Doppelnutzung als Weide
Das Projekt Erdwall Thien entstand aus einer privaten Initiative mit der Marktgemeinde Gnas und Bürgermeister Meixner und mündete in einem geförderten Kooperationsprojekt – bisher ein Erfolg auf allen Linien. Nun wartet noch Bewährungsprobe bei Starkregen im Sommer.
Thien, Gnas. Die Durchschnittstemperatur in Österreich stieg seit 1900 um 3,1°C (AAR2), die vermehrten Starkregenereignisse führen in unserer Region zu Überschwemmungen, Hangrutschungen und Erosion. In Gnas gab es 2025 fast doppelt so viele Sommertage und fünfmal so viele Hitzetage als zwischen 1961 und 1990. In unserer agrarisch geprägten Region ist ungeschütztes Ackerland in Hanglagen stark von Erosion betroffen. Auch am Projektstandort in Thien bei Gnas kam es in den letzten fünf Jahren häufig zur Verschlammung der Ortsstraße durch von den ringsum höher gelegenen Äckern abgetragenes Material. Bei Starkregen ist der ungeschützte Boden hangaufwärts dem prasselnden Regen ausgesetzt. War der Boden davor zudem trocken und ist die Bodenstruktur generell geschädigt (Verdichtung, fehlende Grobporen), schießt das Wasser in erster Linie oberflächlich ab.
Die engagierten Grundstückseigentümer, Familie Kracher vom Hof Thonjörgl, traten mit ihrem Problem an Bürgermeister Gerhard Meixner heran und gemeinsam mit der Klima- und Energiemodellregion Gnas – St. Peter – Deutsch Goritz (KEM) wurde im Jahr 2024 beim Klimafonds eine Förderung für die Errichtung eines Erdwalls eingereicht und bewilligt. Ziel dieser Initiative: Der Wall soll die temporär auftretenden großen Wassermengen zurückhalten, damit sie zeitverzögert und somit in für die Umgebung zumutbarerem Maße abfließen können. Die Marktgemeinde Gnas (Herbert Hirschmann) koordinierte Planung und Umsetzung des Walls, der im November 2025 fertiggestellt wurde. Der Biotopverbund Südoststeiermark (RMSO) mit Anna Gasperl und die KEM organisierten mit Familie Kracher die Bepflanzung des Walls mit heimischen Sträuchern und Bäumen. So wird der Wall befestigt, und das Wasseraufnahmevermögen begünstigt. Durch die Verdunstung der Pflanzen entsteht in der Umgebung ein kühleres Mikroklima, das den Schafen, die dort weiden werden, guttun wird. Zudem haben tief wurzelnde Pflanzen die Möglichkeit, Wasser aus tieferen Schichten nach oben zu transferieren- bei Trockenheit ein Plus. 75 Pflanzen aus elf verschiedenen Arten wurden gepflanzt- sie werden in Zukunft Nahrung und Lebensraum für verschiedenste Tiere, Pflanzen und Pilze bieten: ein Trittsteinbiotop, von dem aus sich die bei uns heimische Artenvielfalt in Richtung der Wälder ausbreiten kann. Wir hoffen auf gutes Bewähren der Maßnahmen in der Praxis und auf Nachahmung!
Wir danken allen Beteiligten für die Kooperation und arbeiten gemeinsam weiter an einem guten Mikroklima für die Zukunft der Region!
Für mehr Information zu möglichen Förderungen von Hecken am Ackerrand wenden Sie sich gerne an Philipp Zenger von der LK Steiermark unter +43 316 8050-1357 oder philipp.zenger@lk-stmk.at. Anträge für Förderungen im Rahmen des Landesvertragsnaturschutzes sind noch bis 31.03.2026 möglich.
Informationen zu geeigneten Bäumen und Sträuchern für Bodenstabilisierung, Wasserhalt auf der Fläche und Förderung der Artenvielfalt, Anlage und Pflege von Hecken finden Sie in den „Praxistipps für einfache und ökologisch wertvolle Grünraumpflege in Ihrer Gemeinde“. Biotopverbund-Managerin Anna Gasperl vom RMSO berät Sie gerne unter +43 664 213 4046 oder gasperl@vulkanland.at.


