Energiegemeinschaften – Voraussetzungen

Energiegemeinschaften – Voraussetzungen

Energiegemeinschaften (EG)

Sie haben eine PV-Anlage und möchten ihre Nachbarn auch mit Strom versorgen?

Oder haben Sie keine Möglichkeit, eine eigene PV-Anlage zu errichten und möchten trotzdem lokal erzeugte Energie nutzen?

Energiegemeinschaften Haushalt
Energiegemeinschaften Haushalt

Im Rahmen einer Energiegemeinschaft können Sie Energie über Grundstücksgrenzen hinweg produzieren, verbrauchen, speichern und verkaufen. Mit dem Erneuerbaren Ausbaugesetz (EAG) bekommt die Bevölkerung die Gelegenheit, sich zusammenzuschließen, um Energie gemeinsam zu nutzen. Die neuen Gesetze definieren zwei Energiegemeinschafts-Modelle: die lokal beschränkte „Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft“ (EEG) und die innerhalb Österreichs geografisch unbeschränkte „Bürgerenergiegemeinschaft“ (BEG).

Was sind die Voraussetzungen für eine Energiegemeinschaft?

Eine Energiegemeinschaft besteht immer aus mindestens zwei Teilnehmer*innen und mindestens einer Erzeugungsanlage (z.B. PV). Voraussetzung für die Abrechnung sind intelligente Messgeräte (Smart Meter) bei allen Beteiligten. Als Mitglied einer Energiegemeinschaft haben Sie weiterhin auch Ihren frei gewählten Energieliefervertrag und Ihren Netznutzungsvertrag, da die Energiegemeinschaft Ihre Versorgung aus dem öffentlichen Netz nicht vollständig ersetzen kann. Zusätzlich muss für die Energiegemeinschaft eine Rechtsperson gegründet werden und Verträge zwischen den Mitgliedern und der Energiegemeinschaft sind abzuschließen.

Energiegemeinschaften Photovoltaik
Energiegemeinschaften Photovoltaik

Wer kann an Energiegemeinschaften teilnehmen?

An EGs können Privat- oder Rechtspersonen, Gemeinden, lokale Behörden oder auch KMUs teilnehmen. Bei Erneuerbaren Energiegemeinschaften müssen sie im Nahebereich der Erzeugungsanlage(n) angesiedelt sein. NICHT teilnehmen dürfen Großunternehmen und Energieversorgungsunternehmen (EVU).

Erneuerbare Energiegemeinschaft (EEG)

Eine EEG darf Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugen, speichern, verbrauchen und verkaufen. EEGs nützen die Anlagen des Netzbetreibers (wie das Stromnetz), dabei müssen sie immer innerhalb des Konzessionsgebiets eines einzelnen Netzbetreibers angesiedelt sein.

Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften sind auf den „Nahebereich“ beschränkt, welcher über Netzebenen definiert wird. Die Teilnehmer*innen einer lokalen EEG sind innerhalb der Netzebenen 6 und 7 (Niederspannungsnetz bis zum Trafo) miteinander verbunden. Werden auch die Netzebene 4 (nur die Mittelspannungs-Sammelschiene im Umspannwerk) und 5 miteinbezogen, spricht man von regionalen EEG. Die Netzebene ist auf Ihrer Stromrechnung ersichtlich bzw. muss beim Netzbetreiber erfragt werden, an welchem Trafo Sie angeschlossen sind.

Als Organisationsform ist eine Rechtsperson erforderlich, der Hauptzweck von Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften liegt aber nicht im finanziellen Gewinn. Dies muss in den Statuten verankert sein oder sich aus der Organisationsform der Energiegemeinschaft ergeben. Die Mitglieder können wirtschaftliche Vorteile erzielen, indem sie die selbst erzeugte Energie innerhalb der Gemeinschaft verkaufen oder beziehen. Die Vereinbarung des Preises ist Sache der Energiegemeinschaft.

Für den aus der Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft bezogenen Strom gilt:

  • Entfall des Erneuerbaren-Förderbeitrags
  • Befreiung von der Elektrizitäts-Abgabe für Strom aus Photovoltaik
  • Reduktion der Netzentgelte

Ihre Vorteile als Mitglied einer Erneuerbaren Energiegemeinschaft:

  • Sie tragen zur Energiewende bei!
  • Sie kaufen Ihren Strom direkt im Ort und stärken die regionale Wertschöpfung!
  • Anfallender Überschussstrom kann sinnvoll innerhalb der Region verwertet werden!
  • Die eigene Erzeugungsanlage kann so besser ausgelastet werden!
  • Sie sparen bis zu 60 % an Netzgebühren!
  • Sie können den Strompreis innerhalb der Energiegemeinschaft selbst vereinbaren!
  • Sie entlasten die überregionalen Stromnetze!
  • Sie fördern die erneuerbare Stromproduktion!

Energiegemeinschaften SektorenkopplungSektorenkopplung

Die Sektorenkopplung, welche die Verbindung der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität ermöglicht, kann ebenfalls mitgedacht werden. Zum Beispiel kann die Verwendung eines Quartierspeichers innerhalb einer Energiegemeinschaft dazu beitragen, dass der Selbstversorgungsgrad deutlich erhöht wird und E-Autos zeitversetzt mit dem eigenerzeugten Strom geladen werden können.

Bürgerenergiegemeinschaften (BEG)

Für Bürgerenergiegemeinschaften gelten ähnliche Regelungen wie für Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften. Im Gegensatz zur EEG darf die BEG nur elektrische Energie erzeugen, speichern, verbrauchen und verkaufen. Sie ist nicht auf erneuerbare Quellen beschränkt und kann sich über die Konzessionsgebiete mehrerer Netzbetreiber in ganz Österreich erstrecken. Da die Netznutzung nicht auf einzelne Netzebenen beschränkt ist, gibt es keine Ersparnis bei den Netzgebühren.

Gibt es Förderungen?

Für die Teilnahme an Energiegemeinschaften gibt es keine Förderungen. Für die Errichtung von PV-Anlagen können die üblichen Förderinstrumente (z.B. www.umweltfoerderung.at , OeMAG, etc.) genutzt werden.

 

Sie möchten an einer Energiegemeinschaft teilnehmen oder mehr darüber erfahren?

Melden Sie sich gerne bei uns unter office@lea.at, 03152 8575-500

Mit dieser Checkliste für Interessenten erfassen Sie den aktuellen Stand als Basis für die weiteren Schritte:

–> CHECKLISTE für Interessenten

Die Checkliste als Word-Formular können wir gerne per E-Mail zusenden: –> Word-Formular Checkliste anfordern!

Ausführliche Informationen bekommen Sie bei der Österreichischen Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften https://energiegemeinschaften.gv.at/

Hier geht’s zum Erklärvideo!

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