Anna und Bernhard aus St. Peter
Ein Interview der KEM Gnas – St. Peter – Deutsch Goritz
Aus dem, was da ist, etwas Zukunftsfittes machen. Anna und Bernhard übernahmen vor rund 13 Jahren die Gestaltung einer kleinen, feinen Liegenschaft nahe des Zentrums von St. Peter am Ottersbach. Der Bestand aus den 1950ern umrahmt von einer Thujen-Hecke in Brusthöhe, der Rasen kurz, eher ungeschützt und wenig vielfältig: ein Klassiker. „Unter dem Dach war es im Sommer heiß und im Winter kalt“, so Bernhard. 2012 starteten sie die Totalrenovierung: Installation einer Holzheizung, Dämmung der Wände und des Daches mit Holzwolle, Installation der ersten PV-Anlage, Einrichtung von Regenwasserspeichern. „Was ich jedem raten würde: denkt die Regenwassernutzung frühzeitig mit“, so Bernhard. Er hat ein vollautomatisiertes Bewässerungssystem installiert. „Mit 15.000 Litern gespeichertem Regenwasser von 300 m² Dachfläche, kamen wir gut über den heurigen trockenen Sommer.“ 22kWp Photovoltaik und 22kWh Speicher versorgen nicht nur Bewässerungspumpen, Warmwasserwärmepumpe und Haus: auch die beiden E-Autos werden damit fast rund ums Jahr geladen.
Der Garten selbst ist mittlerweile nicht mehr wiederzuerkennen. Verschiedenste Obstbäume, Schattenspender wie Bergahorn und Haselnuss, Rankpflanzen, ein Beerengarten, Hochbeete mit Gemüse, ein prall gefülltes Gewächshaus: was hier alles Platz findet. Die Thujen-Hecke durfte hochwachsen und bietet nun Sicht- und Lärmschutz. „Vorher hörten wir Straßengeräusche – die sind kaum mehr wahrnehmbar“, so Anna. Auf der Nordseite bietet ihnen eine Hecke aus heimischen Sträuchern Windschutz, und den Nachbarn ganz nebenbei das entspannende Gefühl „im Grünen“ zu wohnen. Hier fühlen sich auch Amsel, Hausrotschwanz und Igel wohl. Zweimal im Jahr wird die Wiese gemäht, das spart Zeit und schafft Lebensraum für Heuschrecken, Schmetterlinge und Wildbienen.
„Besonders stolz bin ich, dass unser Garten so vielfältig ist, so supergrün und dass wir unterschiedliche Gartenräume haben“, erklärt Anna. Mit Gartenräumen meint sie Nischen, die durch die Bepflanzung entstehen. Bei Hitze findet man hier immer ein kühles Versteck und ein Plätzchen zum Wohlfühlen. „Man muss das vielleicht erst einmal erleben, wie gut es sich in so einem Garten anfühlt“, sagt Anna, „bei Interesse kann man zum Beispiel den Naturgarten Scheidl in St. Margarethen besuchen.“
Bernhard hat gleich mehrere Tipps: „Geht’s doch zur Erneuerbaren Energiegemeinschaft. Und probiert’s ein E-Auto: das Fahrgefühl ist kein Vergleich! Und kauft nicht alles neu: auf willhaben findet man das meiste- einfach mal nachschauen.“
Und dann tauchen wir ab in die grüne Oase, denn selbst im September ist es heuer an der Sonne noch viel zu heiß.
Naturgarten Scheidl, mit Tag der offenen Tür und Café
Gibt es eine Energiegemeinschaft in meiner Nähe?
Tipps für Igel und Co im Garten
Falls Sie Interesse haben oder weitere Inspiration wünschen – alle unsere Klimaoase-Interviews werden im Laufe des Jahres auf der Website der Lokalen Energieagentur veröffentlicht. Einfach auf www.lea.at „Klimaoase“ bzw. „Klimafitter Garten“ im Suchfeld eingeben.



