Nachnutzung, Versorgungssicherheit und regionale Wertschöpfung
Mit dem sanierten Gemeindeamt zeigt die Gemeinde Eichkögl, wie moderne Gemeindeverwaltung, wirtschaftliches Handeln und ein verantwortungsvoller Umgang mit bestehenden Ressourcen erfolgreich zusammenspielen. Statt eines Neubaus entschied sich die Gemeinde bewusst für die Nachnutzung des ehemaligen Kindergartens. Eine Lösung, die sich ökologisch als auch wirtschaftlich bewährt hat.
Bestehendes nutzen statt neu verbrauchen
„Wir wollten die gute Bausubstanz sinnvoll weiterverwenden“, erklärt Bürgermeister Ing Heinz Konrad. Der Umbau des ehemaligen Kindergartens im Jahr 2022 bildete den Auftakt eines durchdachten 3-Stufen-Plans, der vom Land Steiermark gefördert und begleitet wurde. Durch die vollständige Nachnutzung des Bestandsgebäudes konnte eine Förderquote von 70 Prozent erreicht werden. Bestehende Infrastrukturen wie Photovoltaikanlage, Stromleitungen und Fernwärmeanschluss wurden weiterverwendet. Das reduzierte Kosten, Bauzeit und Ressourcenverbrauch deutlich – und ermöglichte die Umsetzung ohne zusätzlichen Bodenverbrauch.
Effizient geplant, zukunftssicher umgesetzt
Heute ist das Gemeindeamt gemeinsam mit dem Kindergarten zu rund 70 Prozent energieautark. Umgesetzt wurden unter anderem:
- Photovoltaik und Einbindung in eine Energiegemeinschaft (seit 2025)
- Stromspeicher zur Blackout-Vorsorge beim Kindergarten
- Außenliegende Raffstores als wartungsarme Alternative zu Klimaanlagen
Diese Maßnahmen senken Betriebskosten, erhöhen die Versorgungssicherheit und machen das Gebäude langfristig unabhängiger von Energiepreisschwankungen. Die Sanierung ist so zugleich vorausschauende Vorsorge für den kommunalen Alltag.
Regionale Betriebe als Schlüssel zum Erfolg
Bei der Umsetzung setzte die Gemeinde auf regionale Partner, darunter der Vulkanland-Architekt Thomas Baumgartner, die Haustechnik der Lokalen Energie Agentur sowie der Bauhof der Gemeinde, der viele Vorarbeiten übernahm. Kurze Wege, hohe Ausführungsqualität und regionale Wertschöpfung waren die ausschlaggebenden Kriterien.
Mehr Qualität im Arbeitsalltag
Die positiven Effekte sind spürbar: helle Räume, moderne Arbeitsplätze und ein verbessertes Bürgerservice. „Wir haben jetzt ausreichend Platz, Ruhe und Diskretion – für Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das neue Gemeindeamt ist funktional, angenehm gestaltet und wird sehr positiv angenommen“, so Bürgermeister Ing. Heinz Konrad.
Ein Modell mit Vorbildwirkung
Das Projekt zeigt, dass die Nachnutzung bestehender Gebäude für Gemeinden eine wirtschaftlich tragfähige, rasch umsetzbare und nachhaltige Lösung ist – mit messbarem Nutzen für Verwaltung und Bevölkerung. Mit dem nächsten Projekt, dem „Haus der Musik“, setzt Eichkögl diesen Weg konsequent fort und stärkt nachhaltig das Ortszentrum.
Der Beitrag ist Teil der Portrait-Reihe „LebensWert“ der Klimawandelanpassungsregion Mittleres Raabtal, die beispielhafte Projekte aus der Region vorstellt, in denen moderne Technik und regionale Wertschöpfung eine lebenswerte Zukunft ermöglichen.
Bürgermeister Ing. Heinz Konrad vor dem klimafit sanierten Gemeindeamt Eichkögl, das Nachnutzung, Versorgungssicherheit und regionale Wertschöpfung vereint.