Familie Luger-Schreiner aus Fehring
Ein Interview der KLAR! Netzwerk GmbH
Man sitzt auf der Terrasse und blickt in den Garten. Rundum ist ein Rahmen aus zwei großen Schattenbäumen, ein dritter lugt ob seiner Größe vom Hang herauf. Strauchrabatte, man könnte auch sagen „wilde Ecken“, begrenzen den Vorgarten des liebevoll mit viel Farbe und Holz gestalteten Hauses hie und da Richtung Hang. Sie sind Sicht- und Windschutz und gleichzeitig Lebensraum für Tiere, Pflanzen, Pilze. Angenehm fühlt sich das an: man fühlt sich eingebettet in einen Naturraum, der für das Wohlfühlen von vielen geschaffen ist. Weiter rechts öffnet sich das Sichtfeld und man blickt ins Offenere: auf den Waldsaum des gegenüberliegenden Hügels und den freien Himmel. Es ist Frühling und hier erfährt man ihn mit allen Sinnen. Laue Luft und eine bezaubernde Kulisse aus Vogelgezwitscher erfüllen die Stille in den Gesprächspausen. An der Hausmauer ist eine kleine Magnolie in voller Blüte, in den Rabatten, die am Vorgartenrand den Hang anzeigen, ragen Sprosse in verschiedensten Grüntönen heraus.
„Auf die Vielfalt in unserem Garten bin ich am meisten stolz“, sagt Helga Luger-Schreiner, die mit ihrem Mann seit 34 Jahren dieses mit viel Liebe und Feingefühl „mit der Natur“ pflegt und -wo nötig- renaturiert. Sie legen großen Wert darauf, ein lebensförderndes Umfeld zu schaffen. „Mir ist es ein Anliegen Bewusstsein dafür zu wecken, wie wichtig eine wohlwollende Koexistenz mit der Natur für uns Menschen ist. Ein Lebensraum, der auch für andere Lebewesen attraktiv ist, hat nichts mit Schlampertatschigkeit zu tun, ganz im Gegenteil, es ist Fürsorge für Lebendigkeit.“
Es braucht nur ein wenig Zeit, ein bisschen Hinhören, Hinschauen und Öffnung, um die Bereicherung eines solchen Ortes zu erkennen. Und das Wissen, wann und wo man tut und seinlässt, um so einen Ort zu pflegen. Hier gibt es unendlich viel zu entdecken und zu lernen. Bei der Gartengestaltung legt die Familie Wert auf heimische Pflanzenarten, denn die sind am nützlichsten für die hier vorkommenden Tierarten. Feuchtbiotope und Bienenstöcke, die von einer jungen Imkerin bewirtschaftet werden, dürfen auch nicht fehlen. Es gibt einen Schwimmteich und einen Gemüsegarten, an dessen Rand Shiitake-Pilze auf hängenden Eichenstämmen wachsen. Bewässert wird mit Regenwasser und aus dem Hausbrunnen.
„Wir wollen unsere Vision und unseren Ort mit anderen Naturliebhabern teilen,“ sagt die Kunstpädagogin, die als Lehrende und Künstlerin aktiv ist. Hierfür haben sie ein Projekthaus geschaffen, wo es sich um das Zusammenspiel von Kunst, Achtsamkeit und Natur(schutz) dreht. Hier werden Retreats, Workshops und Netzwerktreffen angeboten. Mehr zu den Projekten unter: www.aanaa.at.



