Luis und Andrea Fortmüller aus Oberspitz, Deutsch Goritz
Ein Interview der KEM Gnas – St. Peter – Deutsch Goritz
„Gerade die Vielfalt macht unseren Garten so besonders schön“, erklärt mir Andrea. Seit fast 30 Jahren bewirtschaften Luis und Andrea Fortmüller ihr Grundstück in Deutsch Goritz. Vormals als Wochenend-Haus genutzt, ist ihre Oase in der Pension ihr ständiger Wohnsitz. Dazu erweiterten sie diese mit viel Know-How und Unterstützung des Architekturbüros NOW Architektur zu einem Vorzeigeprojekt erster Güte, das 2025 sogar mit dem steirischen Holzbaupreis prämiert wurde. Das barrierefrei gestaltete Haus ist im Süden und Osten von einem Laubengang umrahmt, der die großzügigen Fensterflächen im Sommer ideal beschattet. Somit ist es drinnen kühl und hell, es sind keine Außenjalousien notwendig. Im Winter, bei flacherem Einstrahlungswinkel, scheint die Sonne wieder ins Haus und wärmt. Der Laubengang und der Zubau sind mit einem leicht geneigten, extensiv begrünten Flachdach gestaltet. Das spezielle daran: Es ist hinterlüftet. Das bringt zusätzliche Kühlung im Sommer, da die Luft zirkulieren kann. Der Rekord-Sommer 2026 war für das Paar auch in Bezug auf die Garten-Bewässerung nicht spürbar, denn das Haus ist mit 2 x 6.000 Litern Regenwasserspeicher ausgerüstet. Damit werden Hochbeete und das Hügelbeet bewässert. Mit einer 10 kWp PV-Anlage am Dach und einem 10kWh Speicher sind sie auch mit Wärmepumpen-Heizsystem zu 65% energieautark.
Man spürt: Bei dem, was sie anpacken, denken sie längerfristig und treffen ihre Entscheidungen achtsam und mit Herz.
Auf dem Grundstück wachsen unterschiedliche heimische Sträucher und Bäume. Alte Bäume dürfen über ihre Zeit hinaus stehenbleiben, als Totholz werden sie von Kletterrosen oder Efeu umrankt: so entsteht ein attraktiver Lebensraum für andere Tiere. „Bei uns braucht man keinen Radio oder Fernseher“ erklärt das Paar, „da zwitschern die Vögel und es gibt immer etwas zu entdecken.“ So empfinden das wohl auch die Enkerl, die sich an diesem Ort rundum wohlfühlen und den Geschmack von Wildkräuter-Salat kennenlernen.
Vielleicht „einfach ‘mal hinschauen, was von selbst aufgeht in der Wiese und beobachten, was das ist“, so wie es Andrea macht. Selbst eine Brennnessel ist auf verschiedenste Weise dienlich: ob ins Kräutersalz gerebelt, als Tee oder für den Nutzgarten als Jauche mit Urgesteinsmehl angesetzt. Abgesehen davon ist es eine wichtige Schmetterlingspflanze. Mit kleinen Schritten zur eigenen Oase.
Falls Sie Interesse haben oder weitere Inspiration wünschen – alle unsere Klimaoase-Interviews werden im Laufe des Jahres auf der Website der Lokalen Energieagentur veröffentlicht. Einfach auf www.lea.at „Klimaoase“ bzw. „Klimafitter Garten“ im Suchfeld eingeben.



