Familie Walter aus Straden
Für die Familie Walter aus Straden steht ein Ziel im Mittelpunkt: möglichst unabhängig von steigenden Energiepreisen zu sein und die eigene Energieversorgung weitgehend selbst in der Hand zu haben. Ihr Wohnhaus, in dem derzeit drei Personen leben, wurde deshalb über mehrere Jahre Schritt für Schritt energetisch weiterentwickelt. Heute verbindet das Haus Photovoltaik, Stromspeicher, intelligentes Energiemanagement, Biomasseheizung und Elektromobilität zu einem ganzheitlichen Energiesystem.
Schritt für Schritt zur eigenen Energieversorgung
Den Anfang machte 2021 die Sonne. Eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 10,5 kWp wurde installiert. Später kam ein Stromspeicher mit einer Kapazität von 22,5 kWh hinzu. Ein intelligentes Energiemanagementsystem steuert inzwischen die Energieflüsse und sorgt dafür, dass möglichst viel des selbst erzeugten Stroms auch im eigenen Haushalt genutzt wird.
2024 folgte ein weiterer wichtiger Schritt: Die bestehende Heizung wurde durch einen modernen Biomasse-Kombikessel ersetzt. Dieser kann sowohl mit Scheitholz als auch mit Pellets betrieben werden und bietet damit Flexibilität bei der Brennstoffwahl. Gleichzeitig konnte der Verbrauch an Scheitholz um rund ein Drittel reduziert werden.
Hoher Grad an Eigenversorgung
Wie wirkungsvoll das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten ist, zeigt sich beim Eigenversorgungsgrad. Ohne Elektroauto konnte sich die Familie zu rund 98 Prozent mit eigener Energie versorgen. Seit ein E-Auto zum Haushalt gehört, liegt der Wert – unter Berücksichtigung des zusätzlichen Ladebedarfs – bei rund 87 Prozent.
Der Elektro-Pkw wird vor allem für Kurzstrecken in einem Umkreis von etwa 20 Kilometern genutzt und ausschließlich zu Hause geladen. Damit kann das Fahrzeug einen Teil des überschüssigen Solarstroms direkt nutzen und wird selbst zu einem Bestandteil des Energiesystems.
Das Energiemanagement entscheidet dabei, wohin der selbst erzeugte Strom fließt. Vorrang haben die direkte Versorgung des Hauses und das Laden des Batteriespeichers. Danach werden unter anderem das E-Auto und der 2.000-Liter-Pufferspeicher versorgt. Letzterer wird über eine Elektropatrone mit überschüssigem Strom erwärmt werden. Erst wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind, wird verbleibende Energie als Überschuss abgegeben.
Auch bei Stromausfall abgesichert
Ein weiterer Vorteil der Anlage zeigt sich dann, wenn das öffentliche Stromnetz ausfällt. Das System ermöglicht sowohl Notstromversorgung als auch Inselbetrieb. Diese Funktion wurde bereits bei Stromabschaltungen genutzt – etwa während Gewittern oder bei Wartungsarbeiten am Trafo.
Damit die Notstromversorgung im Ernstfall funktioniert, wird im Rahmen des Energiemanagements darauf geachtet, einen entsprechenden Restenergieanteil von 30 % im Speicher vorzuhalten. Die Familie kann dadurch auch bei einer Unterbrechung der öffentlichen Versorgung auf einen Teil ihrer eigenen Energie zurückgreifen.
Zur langfristigen Leistungsfähigkeit der Anlage gehört außerdem die regelmäßige Wartung. So wurden beispielsweise die Photovoltaikmodule bereits gereinigt, um einen möglichst guten Energieertrag sicherzustellen.
Investition in Unabhängigkeit
Für die Familie Walter sind Energieautarkie, Versorgungssicherheit und langfristige Kosteneinsparungen die wesentlichen Gründe für die Investitionen. Die Kombination verschiedener Technologien zeigt, wie sich Photovoltaik, Speicher, intelligente Steuerung, Biomasseheizung und Elektromobilität zu einem abgestimmten Gesamtsystem verbinden lassen.
Für die Familie hat sich der eingeschlagene Weg jedenfalls ausgezahlt. Steigende Strompreise wirken sich durch die hohe Eigenversorgung weniger unmittelbar auf den Haushalt aus. Neben der finanziellen Seite zählt für die Walters vor allem das Gefühl, die eigene Energieversorgung stärker selbst bestimmen zu können.
Oder, wie es die Familie selbst formuliert: „Gut investiertes Geld mit angemessener Rendite.“
