Sonne, Erde und Speicher zur Energieversorgung

Als Familie Ulbl ihr Wohnhaus plante, stand für sie eines von Anfang an im Mittelpunkt: Technik sollte nicht nur Komfort schaffen, sondern auch einen möglichst hohen Grad an Unabhängigkeit ermöglichen. Das zwischen 2007 und 2008 errichtete Wohnhaus wird heute von drei Personen bewohnt und ist konsequent auf eine nachhaltige und intelligente Energieversorgung ausgerichtet.

Die Beheizung des Gebäudes erfolgt über eine Wärmepumpe. Als Energiequelle dient ein Flächenkollektor im Erdreich, der die vorhandene Umweltenergie nutzbar macht. Einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Energieautarkie setzte Herr Ulbl ab dem Jahr 2010 mit der Installation einer Photovoltaikanlage. Die Anlage verfügt heute über eine Leistung von 20 kWp und wird durch einen Stromspeicher mit einer Kapazität von 20 kWh ergänzt. Der Speicher arbeitet auf Niedervolt-Basis mit 48 Volt und verfügt über eine Notstromversorgung, die schon mehrmals genutzt wurde.

Gesteuert wird das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten über ein intelligentes Energiemanagementsystem. Dieses sorgt dafür, dass die erzeugte Energie möglichst effizient genutzt und gespeichert wird. Dabei wird auch die Ladung des Elektro-PKWs berücksichtigt. Insgesamt kann sich der Haushalt derzeit zu rund 80 Prozent selbst mit Strom versorgen.

Die restlichen etwa 20 Prozent des Energiebedarfs werden aus dem öffentlichen Stromnetz bezogen. Dabei spielt auch eine Energiegemeinschaft eine wichtige Rolle. Restmengen und überschüssig erzeugter Strom werden über diese abgewickelt. Sollte ein Bezug oder eine Lieferung innerhalb der Energiegemeinschaft nicht möglich sein, erfolgt die Abwicklung über einen weiteren Stromlieferanten mit einem dynamischem Tarifmodell.

Der Ertrag der Photovoltaikanlage liegt bei rund 1.000 Kilowattstunden pro installiertem Kilowattpeak und Jahr. Etwa ein Viertel der erzeugten Strommenge fällt derzeit als Überschuss an und wird in das Stromnetz eingespeist beziehungsweise weitergegeben.

Für den technikaffinen Hausherrn standen bei der Umsetzung mehrere Ziele im Vordergrund: ein möglichst hoher Grad an Energieautarkie, eine sichere eigene Energieversorgung und langfristige Kosteneinsparungen. Entscheidend für den Erfolg eines solchen Systems sei jedoch auch die richtige Zusammenarbeit mit kompetenten Fachleuten.

„Ein verlässlicher Partner ist das Um und Auf. Diesen haben wir mit einem regionalen Elektroinstallationsunternehmen gefunden“, betont Herr Ulbl.

Sein Beispiel zeigt, wie sich moderne Gebäudetechnik, erneuerbare Energie und intelligente Steuerung zu einem Gesamtsystem verbinden lassen. Vollständige Unabhängigkeit vom Stromnetz ist dabei nicht zwingend das einzige Ziel – vielmehr geht es um die optimale Nutzung der selbst erzeugten Energie und um eine sichere, wirtschaftliche Versorgung auch dann, wenn Sonne und eigener Speicher nicht ausreichen.

Mit Sonne, Erde und Speicher zur eigenen Energieversorgung
Mit Sonne, Erde und Speicher zur eigenen Energieversorgung