Klimatauglicher Stallbau

Klimatauglicher Stallbau

Warum ein klimatauglicher Stall immer wichtiger wird

Derzeit gibt es durchschnittlich 9 Hitzetage mit mehr als 30 °C in der Steiermark. Regional gibt es Unterschiede doch der Hitzepol ist die Südoststeiermark. Im Jahr 2100 könnten über 50 Tage mit mehr als 30 °C die neue Realität in der Region sein (ZAMG). Auch Nutztiere leiden künftig vermehrt unter Hitzestress. Das betrifft vor allem Tiere, die in Stallungen gehalten werden, wie die Hauptnutztierarten in der Region: Schweine, Rinder und Geflügel. Zu hohe Umgebungstemperaturen können von einer reduzierten Futteraufnahme, über eine verringerte Leistung und gesundheitliche Beeinträchtigung bis hin zu einer erhöhten Sterberate führen. Darüber hinaus führen zunehmende Stalltemperaturen auch zu steigenden Emissionen (insbesondere Ammoniak). Um Hitzestress bei Nutztieren zu vermeiden können verschiedene Möglichkeiten der Stallkühlung eingesetzt werden. 

Klimatauglicher Stallbau
Klimatauglicher Stallbau

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bauliche Vorsorge verhindert Überhitzung

Bereits bei der Planung von neuen Stallungen, oder bei der Sanierung entscheidet sich, ob der Stall klimafit und zukunftstauglich ist. Alte Stallgebäude mit dicken Mauerwerken puffern die kühleren Nachtbedingungen in der Bausubstanz. Die Ställe bleiben tagsüber länger kühl bzw. erwärmen sich langsamer. Auch durch eine nachträgliche Dämmung der Dachflächen und der Außenwände dringt die Hitze nicht so schnell in den Stall ein. Steht der Stall in Nord/Süd-Richtung, scheint die Mittagssonne nicht direkt auf eine Dachseite. Das Gebäude heizt sich weniger stark auf. Auch eine natürliche Beschattung, beispielsweise durch Bäume oder Sträucher, wirkt sich positiv aus. Der Ansaugpunkt für Frischluft sollte auf der Nord- bzw. Ostseite, also auf den kühleren Seiten des Stalles liegen. Das sind mögliche Punkte, die bei der Planung bedacht werden sollten.

Möglichkeiten der klimafitten Stallkühlung

  • Bauliche Vorsorge: Wärmedämmung und Ausrichtung der Stallgebäude können den Wärmeeintrag vermindern.
  • Dachkonstruktion: Die Dachhaut ist die größte Angriffsfläche für den Wärmeeintrag. Ein helles Dach heizt sich weniger stark auf als ein dunkles. Je mehr Speichermasse ein Dach besitzt, desto geringer ist der Wärmeeintrag.
  • Verdunstungskälte nutzen (Wind-Chill-Effekt): Durch bewegte Luft sinkt die gefühlte Temperatur. Je nach eingesetzter Ventilatortechnik und Luftbedingungen kann eine beachtliche Kühlwirkung erreicht werden.
  • Sonnenschutz und natürlicher Schatten: Ausreichende Dachüberstände an den Fassaden reduzieren den solaren Energieeintrag erheblich. Auf der Sonnenseite angepflanzte Laubbäume halten direkte Sonneneinstrahlung vom Stall fern.
  • Hochdruckvernebelung: Hochdruck-Kühlsysteme werden in der Schweinehaltung und im Geflügelstall eingesetzt. Kleinste Wassertröpfchen sorgen für den Kühleffekt.
  • Unterflur-Zuluftführung: Bei Neu- und Umbauten, aber auch im nachträglichen Einbau, ist mit einer Unterflur-Zuluftführung (siehe Bild) eine um bis zu 10 ° C abgekühlte Frischluftzufuhr möglich.
  • Coolpads und Kühlwände: Ein Zellulosegewebe oder Tonziegel wird permanent mit Wasser berieselt. Die durchströmende Frischluft wird dabei abgekühlt.

 

Lesen Sie auch, warum es nicht immer eine Klimaanlage sein muss!